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Wo die wilden Tiere wohnen

Eigentlich tragen der Vermieter und auch die Vormieter eine Mitverantwortung daran, dass wir jetzt Familienzuwachs haben. Hätte man nicht überall in Haus und Garten die Spuren eines Hundes erkennen können, wäre meine Tochter gar nicht auf die Idee gekommen, dass die Erfüllung ihrer Träume zum Greifen nah war. Aber ich fragte mich dann doch, für welch ein Tier man großflächig die Wand abkleben musste – schwarz und abwaschbar? Ein Chihuahua oder ein Mops hatten hier auf jeden Fall nicht residiert. Der Plastikknochen, den Fiffi vergessen hatte, wog bereits so viel wie ein Jack Russell Terrier. Und die riesigen Löcher im Garten hätten auch von einer Spezies aus Jurrassic Park stammen können. Ich war nicht verwundert, als sich das Rätsel um die Hunderasse löste: Ein Rhodesian Ridgeback hatte hier sein Territorium abgesteckt. Dabei gibt es in Berlin gar keine freilaufenden Löwen, oder?

 

Natürlich gibt es andere Tiere, die ein Hund in Schach halten muss: Über die Tauben im Gebüsch regt sich Boomer unglaublich auf - gerne würde er eine davon mal erwischen. Die Feuerwanzen, die hier überall krabbeln, schleckt er einfach auf. Füchse und Waschbären treiben nachts ihr Unwesen. Ihre Hinterlassenschaften werden am nächsten Morgen ausgiebig beschnuppert, nicht selten liegt Müll verteilt auf dem Rasen, auch das ist für Boomer von großem Interesse.

Den Krähen, die uns das Brot vom Terrassentisch klauen, kann Boomer nichts entgegensetzen. Aber unser kleiner Wasserhund arbeitet daran, sich Respekt zu verschaffen. Neulich hat er aus heiterem Himmel angefangen, im Garten zu bellen, dazu stand er stramm und starrte auffallend lang ins dichte Gestrüpp. Vielleicht doch gefährliche Wildkatzen?

 

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