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Ein weiter Weg

Welpenerziehung beginne mit dem ersten Tag. Konsequenz sei hier die oberste Tugend. Wer einmal Schwäche zeige, der stehe in Gefahr die Poolposition im Rudel zu verlieren.

Soviel zu den guten Ratschlägen. Ich behielt sie alle im Hinterkopf...

 

Dann wurde es ernst. Wir machten uns auf den Weg, den kleinen Boomer auf einem wunderschön gelegenen norddeutschen Hof irgendwo im Grünen abzuholen. Dort: Idylle pur. Ein Backsteinhaus, ein großer Garten, Pferde, Ponys, ein Huhn als Spielgeselle für die Hundeschar. Ein tapsiger Welpe, der noch nicht viel Erfahrung mit Autos gemacht hatte. Wir hatten extra eine große Hundebox im Kofferraum – denn auch hier sagte man mir: Erstens wäre das die sicherste Art und Weise, einen Hund zu befördern, und zweitens müsse sich der Hund von Anfang an die Box gewöhnen – ohne Box ginge es quasi nicht. Diese Box sei seine Höhle, sein mobiles Zuhause, sein Rückzugsort... Leider nicht für unseren kleinen Racker (auch später nicht). Das ängstlich fiepende Fellknäuel in die Box zu setzen, kam nicht in Frage. Zum Glück hatten wir uns auch Plan B überlegt: Es gab noch Decken und ein flaches Körbchen für die Rückbank. Aber auch dort wimmerte er und hechelte ängstlich. Meine Tochter nahm Boomer darum auf den Schoß. Wir waren vielleicht gerade einen Kilometer gefahren, als Boomer sein Mittagessen erbrach. Natürlich neben die Decken. Wir hielten, das erste Mal. Viele weitere Male sollten folgen auf den vor uns liegenden vierhundert Kilometern. Eine Tortur für alle im Auto.

 

Nach dieser Horrorfahrt hatte Boomer etwas gut bei uns: Nach der Nichtbenutzung der Box viel die zweite Regel am ersten Tag: Nicht ins Bett! Am Ende dieses anstrengenden Tages schlief das kleine Fellknäuel am Fußende des Bettes meiner Tochter ein.

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