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Wasserratte

„Was ist das denn für eine Rasse?“

 

„Ein Schaf“, antworte ich manchmal, aber meistens sage ich:

„Das ist ein Wasserhund.“

 

„Ach, ein Pudelmischling, der das Wasser liebt?“

 

 

Nein, kein Pudel oder Doodle. Ein Wasserhund. Das klingt einfacher als die korrekte Bezeichnung Lagotto Romagnolo. Der Name Lagotto leitet sich aus dem italienischen lago für See ab. Der Hund, der in früheren Zeiten in den See sprang, um das Wild, das sein Herrchen geschossen hatte, zu sichern. Boomer ist eine richtige Wasserratte, fehlt nur noch, dass ihm Schwimmhäute zwischen den Krallen wachsen... insofern macht er seiner Rasse alle Ehre. Nur die Enten muss er in Ruhe lassen, außer angestrengt gucken ist da nichts drin für ihn.

 

 

Leider darf ich ihn, was das Wasser angeht, nicht immer gewähren lassen. Zunächst riet mir meine Tierärztin ab, den Kleinen im See baden zu lassen, bevor er alle Impfungen erhalten hatte. Boomer war eigentlich jedes Mal, wenn wir am Wasser vorbeigegangen sind, planschen. Da wir an einem See wohnen, brachen harte Zeiten für uns an: Boomer verstand natürlich partout nicht, warum er jetzt nur noch am See entlang, aber nicht hineinlaufen durfte.

 

Mit einer ordentlichen Portion Konsequenz gelang es mir, ihn vom Wasser fernzuhalten - aber vermutlich nur aus reinem Eigennutz: Erstens weigert sich der Rest der Familie, einen nassen Boomer an der Leine zu führen, weil er "häßlich" aussieht - nur noch Haut und Knochen (mein Sohn: "Ich kann mich mit so einem häßlichen Hund nicht zusammen zeigen!" - Sorry, Boomer!). Zweitens kommt er völlig schlammig zu Hause an und er muss dann dort von mir noch einmal abgeduscht werden, damit seine natürliche Fellfarbe wieder zum Vorschein kommt...

 

Niemand hat behauptet, ein Hund mache keine Arbeit. Aber eigentlich habe ich ja auch keinen Hund, sondern eine Wasserratte zu Hause. Und das ist okay!

 

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