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Kommt jetzt die Zahnfee?

Boomer reißt das Maul auf, um nach einem Stück Wurst zu schnappen, da fällt etwas kleines weißes aus seinem Maul auf den Boden. Ein Zahn! Ich hebe ihn überrascht auf. Nun ist er also da, der Zahnwechsel. Ich hatte schon einiges darüber gelesen.

Ab der 16. Lebenswoche beginnt in der Regel der Zahnwechsel und dauert dann ungefähr drei Monate. Boomer ist jetzt fast 6 Monate und er hat schon etliche neue Zähne. Bis dahin war es aber schon eine hin und wieder anstrengende Zeit. Boomer hat ständig seine Zähne in irgendetwas hineingetrieben - auch gern mal in unsere Füße oder Hände (da habe ich dann erst einmal alle Infos zur Beißhemmung rekapituliert!!!).

 

Es wurde feucht: Verstärktes Sabbern und extra Einspeicheln, außerdem bisweilen etwas Blut, wenn er wieder einmal eins seiner Zähnchen irgendwo verloren hatte. Ich habe gelesen, dass Hunde oftmals nachhelfen und ständig die schon wackeligen Stumpen bearbeiten, bis sie rausfallen. Das passt zumindest zum Zähneknirschen und den Schmatzgeräuschen, die vor allem nachts aus Boomers Körbchen an mein Ohr drangen. Einen Zahn hat er im Bett meiner Tochter verloren. "Kommt jetzt für Boomer die Zahnfee?", fragte sie und lachte.

Was könnte die Zahnfee bringen? Einen schönen großen Knochen, an dem er sich so richtig die Zähne ausbeißt? Mmh...

 

Man selbst kann zur guten Fee werden, wenn man weiß, wie man es dem kleinen Kerl in dieser Zeit etwas leichter machen kann. Ich habe ihm manchmal gekühlte Sachen zum Spielen gegeben: z.B. Stofftiere oder ein feuchtes Handtuch für eine Zeit ins Kühlfach gelegt. Boomer fand es angenehm, darauf zu kauen.

Ansonsten schafft ein Hund es auch allein und ohne Probleme von 28 Milchzähnen auf 42 bleibende Zähne zu kommen - mit denen er übrigens ziemlich fest zubeißen kann. Da wackelt auch nichts mehr. Vor und während des Zahnwechsels war es auf jeden Fall viel leichter, ihm irgendwelche Sachen, die er sich unerlaubt geschnappt hatte und die er auf keinen Fall verschlucken durfte, wieder aus dem Maul zu holen. Jetzt macht er einen Wettbewerb daraus, so fest es geht, die Zähne zusammenzubeißen und nichts, gar nichts wieder herzugeben. Heute hatte er sich eine leere Papiertaschentuchverpackung geschnappt. Er schluckt so etwas runter. Plastik kann aber sehr gefährlich für Hunde sein, da es sich im Magen nicht zersetzt.

Das Kommando "Aus!" zog in diesem Fall nicht. Es funktioniert immer noch am besten mit Leckeri als Belohnung. Boomer war klar, dass ich keine Belohnung greifbar hatte, schließlich hatte ich beide Hände an seinem Maul. Aber ich kam mit meinen Fingern nicht zwischen seine Lefzen. Er sah mich an, ganz ruhig. Er atmet dann hörbar durch die Nase aus und verstärkt nochmal den Druck mit den Zähnen. Auch ich bin ganz ruhig. Aug in Aug. Zahn um Zahn... Ich rufe: "Wo ist dein Mäuschen?" Irritiert lässt Boomer sofort los und schaut sich um. Das Stoffmäuschen ist nicht hier, aber sicher auch nicht weit entfernt, darum sage ich: "Boomer, such das Mäuschen!" Und schon rennt er los, die Nase im Suchmodus. Keine Minute später kommt er mit der Maus in der Schnauze um die Ecke, föhlich mit dem erhobenen Schwanz (ja, eigentlich Rute) wedelnd. Die Taschentuchverpackung ist vergessen.  

 

Viele Infos rund ums Zahnen gibt auch hier:

 

https://www.deine-tierwelt.de/magazin/der-zahnwechsel-beim-welpen/

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