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Ich nenne es: Die Palmolive-Gedächtniszeremonie

Es ist Herbst. Und auch wenn und die Sonne uns noch verwöhnt, sind die Tage gezählt, in denen ich mit Boomer im Wald war, ohne ihn hinterher abzuduschen. Ich brauche unbedingt eine Hundewaschanlage für zu Hause. Wenigstens eine Schmutzschleuse.

Wir haben so etwas nicht. Bei uns kommt man rein und steht sofort im Flur. Ausweichen kann ich dann nur noch in den „Raum für alles, was sonst keinen Platz hat“. Hier gibt es Schuhregale und Vorräte und Jacken und Hundefutter. Hier kann ich Boomer das Fell bürsten, aber mit Wasser hantieren, geht schlecht. Es liegen alte Dielenbretter. Und um Wasser zu holen, muss ich in die Küche gehen. Wenn ich nicht schnell genug bin, ist mir Boomer sowieso mit seinen schwarzen Dreckpfoten einmal durch die ganze Wohnung gefolgt.

 

Darum habe ich mir einen Becher gekauft. Ein hoher Plastikbehälter mit leuchtend blauen Gumminoppen innen. Sieht aus wie eine Erfindung, die niemand braucht, aus der Welt der unnützen Dinge. (...) Bisher stand der Becher immer vor der Haustür. „Dit hab ick ja noch nie jesehen!“, sagte neulich der Paketbote. Ich vorher auch nicht. Aber ob es auch was taugt?

 

Der Becher wird mit Wasser befüllt und die Hundepfoten werden nacheinander (versteht sich!) durch den engen Noppenkanal gezogen, damit im Idealfall Schmutz und Dreck daran hängenbleiben. Et Voila! Heraus kommt ein sauberes Pfötchen! So zumindest die Theorie. Ich muss jedes Mal, wenn ich ein Hundepfötchen eintauche, an die Palmolive-Werbung meiner Kindheit denken: „Sie baden gerade ihre Hände drin!“ Ich habe noch nie aus Versehen meine Fingerspitzen in Spülseife getaucht, aber nun gut, das sind Bilder, die sich mir scheinbar so eingeprägt haben, ein kindliches Fernsehtrauma vermutlich.

 

Und Boomer? Die Praxis sieht so aus:

 

Die schlammige Hundepfote kommt von oben ins Gefäß hinein, dabei schwappt sofort das Wasser über, weil der Behälter viel zu voll ist. Boomer hat aber nicht nur ein Bein, sondern noch drei weitere, die in diesem Moment nicht stillstehen, sondern ganz etwas anderes machen wollen: weglaufen zum Beispiel, austreten oder den Behälter einfach umkippen.

Pro Pfote muss ich einmal das Wasser im Becher austauschen, denn es ist einfach bereits durch ein Pfötchen völlig schwarz. Boomers Pfote hingegen ist nicht wieder hell, sondern grau geworden, immerhin. Es wird noch etwas heller, wenn ich ihn mit einem Microfasertuch abtrockne. Vor Boomer gab es kein Microfaserhandtuch in diesem Haushalt. Jetzt rüste ich auf mit diesen Wundertüchern aus Chemiefaser, die schneller trocknen als die Palmolive-Gedächtniszeremonie gedauert hat.

 

Ich arbeite weiter am Feintuning der Prozedur und nehme gerne Tipps entgegen, wie ich es besser machen kann!!!

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