· 

Wo ist er denn, ja, wo ist er denn?

"Wo ist denn der kleine Racker?" - Es ist klar, dass mein Hund darauf keine Antwort gibt. Wo sollte er sein? Er sitzt direkt vor mir. 

"Lass das!" - Dieses Kommando gibt es nicht. Und auf "Aus!", "Pfui!", "Stopp!" oder "Tabu!" hört er noch nicht. "Warum hast du meine Schuhe kaputt gemacht?" - Blöde Frage! Weil ich ein junger Hund bin und in den Flegeljahren! -  "Gleich gehen wir raus. Aber jetzt will ich erst einmal mein Buch zu Ende lesen." - Was interessiert Boomer mein Buch? Er lässt nicht locker. Er legt mir Spielzeug vor die Füße, holt sogar meine Gummistiefel, winselt, bettelt, springt mit den Vorderpfoten auf meinen Schoß und knabbert an meinem Hosenbein.

Kommunkationsprobleme.

 

Mein Mann zieht mich immer auf, wenn ich dem Hund irgendwelche Sachen erkläre oder auf ihn einrede. Es stimmt ja auch, dass der Hund besser auf Geräusche oder Handzeichen reagiert, aber wenn es nicht um ein Kommando geht, das er lernen soll, finde ich es in Ordnung, wenn ich etwas ausfühlicher mit ihm spreche - solange ich keine Antwort erwarte. Darum war ich sehr froh, dass ich heute auf den Artikel "Mein aussermenschlicher Freund - 5 Gründe, sein Leben mit einem Haustier zu teilen" in der PSYCHOLOGIE HEUTE (Oktober 2018) stieß. Die Autorin, Dagmar Knopf, fasst wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, die mich, die ich gelegentlich mit meinem Hund spreche, rehabilitieren: Dafür müsse man sich nämlich nicht schämen, denn die Ansprache stärke die Bindung und tue zumindest dem Sprecher gut. Hunde reagieren positiv auf hohe Tonlagen, was erklärt, warum Menschen manchmal auf ihre Tiere wie auf Bays einreden.

 

Haustiere schenken Unterstützung. Wenn man nach einem langen Arbeitstag nach Hause komme, freue sich ein Tier über die Rückkehr - Hunde tun dies oft überschwänglich (Boomer führt auch immer ein Freudentänzchen auf!). Und das Streicheln baue zugleich Stress ab.

 

Ein Tier im Haus tut der Gesundheit gut und kann Allergien vorbeugen. Wachsen Kinder mit Tieren auf sind Allergien später seltener. Außerdem verschafft ein Tier Bewegung, was heute nicht mehr so selbstverständlich sei. Das führt direkt zum vierten Pluspunkt:

 

Tiere "sind was fürs Herz". Das ist psychisch, aber auch physisch gemeint. Eine schwedische Studien habe belegt, dass Hundehalter weniger anfällig für Herzerkrankungen seien. Regelmäßiges Gassigehen, aber auch die Kontakte, die sich dadurch zu anderen Hundehaltern ergeben, wirken sich positiv aus.

 

Der letzte Punkt verwundert nicht: Tiere sind die besten Freunde unserer Kinder. Sie wirken sich positiv auf die emotionale Entwicklung eines Kindes aus, das sich meist eng mit dem Tier verbunden fühle.

 

So ist es bei uns auch. Die Verantwortung für ein Tier tragen allerdings die Erwachsenen, und das ist gut so.

 

Also, ich halte fest:

 

Tiere sind was wunderbares. Und ich darf ruhig mit ihnen reden!

 

(Über die gesundheitlichen Aspekte würde ich mich freuen, zu Zeit liege ich mit einer fiesen Erkältung im Bett!!!)

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0