Winterblues

Es ist still geworden im Dezember auf meinem Blog. Mich hatte der Advent voll im Griff. Und der Hund auch. Langsam wird es draußen ungemütlich - nach einer langen Trockenphase kommt jetzt doch das Schmuddelwetter. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Boomer nicht schlammig und nass von einem Spaziergang nach Hause kommt. Nass, weil er immer noch viel zu gerne in den See hüpft. Und ich nicht schnell genug bin, ihn davon abzuhalten. Ein Wasserhunde eben. Die Tierärztin riet dazu, dass er in den Wintermonaten nicht ins Wasser solle, er könne sich eine Blasenentzündung holen. Aber er schwimmt auch nicht. Es reicht ihm, ein Stück Holz aus dem Wasser zu holen oder eine kleine Runde am Ufer zu drehen. Danach geht es zügig nach Hause. Bisher ist er gesund.

 

Wir hingegen waren alle mindestens einmal erkältet, auch ich, obwohl ich doch jeden Tag mit dem Hund draußen bin. Hatte ich nicht gelesen, dass Hundebesitzer gesünder durchs Jahr kommen, weil sie bei Wind und Wetter rausgehen? Mmh, ... wirkt vielleicht erst im nächsten Jahr? Keine Ahnung. Oder mangelt es mir an der richtigen Einstellung? Nicht selten muss ich mich überwinden, einen Fuß vor die Tür zu setzen: zu dunkel, zu kalt, zu nass, einfach ungemütlich. Dann raffe ich mich doch auf.

 

Übrigens scheint es Boomer ähnlich zu gehen. Wenn ich ihn zwischendurch einfach mal in den Garten hinauslassen will, bleibt er unschlüssig an der Türschwelle stehen, hebt seine Nase, schnuppert, schaut sich um und tritt nach dieser Inspektion schon wieder den Rückzug an. Es scheint, als verzichte er lieber aufs Pinkeln und Schnüffeln, wenn ihm die Wetterlage nicht passt.

Manchmal sitzt er sehr lange auf der Schwelle, halb drin, halb draußen, als könne er sich nicht entscheiden. Dann lasse ich ihn in Ruhe. Wenn ich nach 5 Minuten wieder nach ihm sehe, hat er seine Position nicht verändert. Träumt er? Schläft er? Aber dann schaut er mich an, steht auf und kommt wieder rein - unverrichteter Dinge. Was wohl in seinem gelockten Köpfchen vor sich geht? 

 

"Warum soll ich ständig in den Garten? Sie geht doch auch nicht mit!"

"Niemand spielt mir mir."

"Sie könnte mich mit Leckerlis bestechen. Für Leberwurst würe ich auch in den Garten gehen."

"Das ist schon ein Hundeleben..."

"Ich glaub, ich hab Winterblues..."

"Jetzt am Meer bei Sonnenschein - was würde ich dafür geben?!"

 

Wenn er wieder drin ist, bekommt er von mir eine extra Streicheleinheit. Dann rollt er sich auf seinem Plätzchen zusammen - so lange, bis ich es noch einmal mit dem Garten versuche. Das nächste Mal gehe ich mit.

 

 

 

 

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