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Weihnachten ...

Das erste Weihnachten für Boomer. Das erste Weihnachtsfest für uns mit Hund. - Ein Rückblick.

 

Lange hatte ich mich gegen den Gedanken gesträubt, Boomer ein Weihnachtsgeschenk zu machen. Ich fand es - ehrlich gesagt - albern. Und mir geht der allgemeine Konsumterror mittlerweile auf den Keks. Da muss ich jetzt nicht auch noch Hunde beschenken. Ein Adventskalender für Hunde? Wäre mir - bei aller Liebe - nicht eingefallen (nächstes Jahr? Nein!). Dabei gibt es das. Und es scheint sich ja wohl auch zu verkaufen. Das Angebot ist riesig. Und nun Weihnachten. In einem Artikel lese ich etwas wie: ... auch wenn ihr Hund den tieferen Sinn von Weihnachten nicht versteht, bekommt er doch viel mit ...

 

Ich würde soweit gehen und behaupten: Boomer besitzt überhaupt kein Verständnis für Advent und Weihnachten, zumindest im rein kognitiven Sinn. Und ob er sich wundert, dass Tannengrün in der Wohnung duftet und Kerzen angezündet werden, wage ich auch zu bezweifeln. Er lässt keinerlei Irritationen erkennen. Über jedes Paket, das ins Haus geliefert wird, freut er sich wie Bolle: einmal über die Türklingel, dann über den Paketboten und schließlich über das Paket selbst, das er an den Ecken sofort anknabbern muss.

 

Als Heiligabend näherrückt und wir den Tannenbaum aufstellen, wird mir lediglich bewusst, dass der Weihnachtsschmuck nicht allzu niedrig hängen sollte. Aber Boomer lassen die Kugeln und Figürchen kalt. Ja, wenn ich Leberwurst an die Zweige hängen würde, aber so... Er ignoriert den Baum regelrecht. Und wenn wir in den nächsten Tagen vor dem Baum auf dem Teppich herumtollen, vergisst er sogar, dass dort ein Hindernis steht. Einmal rauschte er so in die unteren Zweige hinein, weil er einem Knautschball nachsprang, dass der gesamte Baum wackelte. Der Baum blieb stehen. Alle Kugeln blieben heil. Boomer schnappte sich sein Spielzeug und kam unter dem den Zweigen wieder hervorgesprungen. Und weiter ging das Spiel.

 

Nun hatte ich mich kurz vor Weihnachten doch noch dazu hinreißen lassen, ein Geschenk für Boomer zu kaufen. Das ist typisch für mich - kurz vor dem Fest lasse ich alle guten Vorsätze fahren und gehe noch einmal in die Vollen...! Also eine Spielente für Boomer zu Weihnachten. Ich erzählte niemandem in der Familie davon. In den letzten Monaten haben wir immer mal wieder darüber diskutiert, wieviel Geld uns der Hund eigentlich im Monat kostet - dazu kommt das, was er bisher kaputt gemacht hat... (das allein ist einen eigenen Artikel wert!!!). Da wollte ich die Sache mit dem Geschenk nicht allzu hoch hängen.

 

Am Ende war ich nicht die einzige in der Familie, die schwach geworden ist. An Heiligabend kam mein Mann vom Einkauf zurück. Und was packte er aus? Ein Intelligenzspielzeug für den kostspieligen Hund und einen Futterball! Nun hatte Boomer sogar drei Päckchen zum Auspacken, wobei für ihn das Aufreißen des Packpapiers bereits ein schönes, leider kurzweiliges Spiel war. Ich fühlte mich an kleine Kinder erinnert, denen das Auspacken mehr Freude bereitet, als das Verpackte selbst.

 

Mal sehn, wie lange das Spielzeug hält. Bisher hat Boomer noch alles klein gekriegt. Aber erst einmal ist Weihnachten. Für uns - ab jetzt mit Hund!

 

 

 

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