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Helden der Straße

Silvester liegt nun schon ein paar Tage zurück. Ich hatte so einiges gelesen und gehört über die Knallerei und wie sensibel Hunde darauf reagieren. Also habe ich in den letzten Tagen mehrere Bekannte darauf angesprochen, wie ihre Hunde Silvester überstanden haben. Alle sagten: gut! Freddy, eine französische Bulldogge, hat sich um kurz nach zehn hingelegt und den Übergang ins neue Jahr einfach verschlafen, ihn kann so leicht nichts erschüttern - und das mitten in der Stadt! (Dabei ist Freddy tagsüber durchaus keine Schlaftablette, sondern ein quirliges Kerlchen...) Boomer allerdings war deutlich angespannt. Nach acht war er nicht mehr dazu zu bewegen, in den Garten zu gehen, um sein Geschäft zu erledigen (ich sage das auch wortwörtlich zu ihm: "Geh, dein Geschäft erledigen!" - die Kinder lachen zwar über mich, aber Boomer gehorcht, in der Regel...).

 

Später, als die Knallerdichte zunahm, lag er neben uns auf dem Sofa und wir haben ihn powergestreichelt. Außerdem lief das Fernsehen und dämpfte die Lautstärke der Silvesterböllerei. Ich hatte gehofft, Boomer würde noch einmal sein kleines Geschäft erledigen, wenn das Schlimmste vorüber war, aber den Garten mied er auch den Rest der Nacht. Um zwei Uhr nachts verzog er sich mit gesenktem Haupt in die obere Etage und legte sich wie immer auf die Fliesen im Bad zum Schlafen nieder. Und obwohl es bis in die Morgenstunden immer wieder laut krachte, hob er noch nicht einmal mehr sein Köpfchen. Ich glaube, er hatte einfach die Nase voll. Die Anspannung des Abends und des Höhepunkts an Mitternacht fiel von ihm ab. Und von uns auch. Übrigens ganz ohne Eierlikör! Dafür haben wir unsere Nerven mit anderen alkohlischen Getränken beruhigt...

 

Das Ausmaß der Verwüstung konnten wir am anderen Morgen bestaunen:

 

Überall verstreut die Überreste der Knallerei, dazu leere Flaschen, ein Durcheinander an Müll. Das fand ich schlimmer als die Anspannung am Silvesterabend und die Frage, wie unser Junghund auf sein erstes Silvester reagieren würde. Boomer wollte an allem schnuppern, manches auch probieren, leere Flaschen abschlecken, Essensreste fressen. Der Weg in den Wald glich an diesem Morgen einem Hindernislauf. Aber als wir nach zwei Stunden aus dem Wald zurückkamen, war schon ein großer Teil des Chaos beseitigt. Und auch heute waren die Stadtreiniger wieder fleißig - Dank ihres Einsatzes wird der achtlos weggeworfene Feiermüll entsorgt. Für mich sind es wahre Helden.

 

Heldenhaft wäre es natürlich auch, wenn jeder einfach seinen eigenen Müll wieder einsammeln und entsorgen würde...

 

 

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